Gefällte Bäume in Ortsmitte

Gestern Abend bin ich in der Neufinsinger Ortsmitte über das Gelände und die Wurzelstöcke spaziert. Ich hab mich ein wenig wie auf einem Friedhof gefühlt.

Rechtlich ist der Vorgang völlig in Ordnung: Der Grundstückseigentümer geht mit seinem Besitz eigenständig um, solange niemand gefährdet ist. Dass für einen Neubau, wie ihn sich ja die Finsingerinnen und Finsinger schon lange mit einem Biergarten wünschen, Platz geschaffen werden muss, liegt in der Natur der Sache. Naturschutzrechtlich mussten vor dem 1.März alle Arbeiten abgeschlossen sein, um die Brutzeit nicht zu beeinträchtigen. Und das Gebäude ist schon lange im Bebauungsplan so vorgesehen.

Bei diesem Spaziergang habe ich mir nochmal die Standorte der alten Bäume vor Augen gehalten. Gerade südlich vor dem geplanten Gebäude, in Richtung Kapelle, hätten einige Bäume einem künftigen Biergarten gut zu Gesicht gestanden. Ich denke, da hat der Investor viel Charme einer künftigen Gastronomie vergeben.

Gemeinderat und Gemeindeverwaltung haben ohne Baumschutzverordnung keine direkte Handhabe. Deshalb müssen ernsthaft und ehrlich alle Möglichkeiten geprüft und nach Beispielen gesucht werden, wie Bäume sinnvoll geschützt werden können. Egal, ob innerhalb oder außerhalb der Orte. Und das ist mit einer ehrlichen Betrachtung auch der Schwierigkeiten einer Schutzverordnung keine einfache Angelegenheit.

Deshalb meine Bitte an Euch: schaut euch um, hört euch um, wo in den bayrischen Kommunen Baumschutz praktiziert wird und vor allem, wie er geregelt ist (Schutzverordnung, Privat-Initiativen, Förderung). Mit Beispielen, fachlicher und rechtlicher Beratung und vor allem gemeinsam mit den Bürgern sollte doch ein Finsinger Modell machbar sein.

Eure Gertrud

Infos unter: http://www.verwaltungsservice.bayern.de/dokumente/leistung/18108301606

SPD Chefin in Finsing und Selbständig